Die Geschichte des Militärs ist sehr durchwachsen und vielseitig. Ohne Wertung der Aufgaben, geht es hier um Einsatzkräfte und Ausrüstung.
Egal ob Boden, Luft oder Wasser, das Militär ist überall unterwegs und dafür braucht es speziell ausgebildete Kräfte und ebenso spezielle Ausrüstung. Besonders einige Ausbildungen und hochspezialisierte Fahrzeuge sind immer einen Blick wert.

Spezialkräfte, Spezialisierte Kräfte, taktische Sondereinheiten der Luftwaffe
Autor: Christian Rastätter
Verlag: Motorbuch Verlag
Seitenanzahl: 224
Erscheinungsjahr: 2025
ISBN: 978-361304702-0
Spezial und Taktisch hört man doch gerne und dazu gibt es dieses umfassende Werk, das sich mit den spezialisierten Einheiten der Luftwaffe beschäftigt. Zuvor hatte ich schon ein ähnliches Buch zur Bundespolizei vorgestellt und da ergibt es durchaus Sinn, auch die Luftwaffe vorzustellen.
Das Buch bietet einen ersten Blick auf einige Ausbildungen, bzw. Spezialisierungen, Einsatzprofile und Ausrüstung der spezialisierten Kräfte der Luftwaffe. Beim ersten Blättern fällt aber insbesondere die Ausrüstung (getragen an der Person) auf den Fotos auf. Fahrzeuge und Einsatzszenarien sind auch vertreten und da ist sicherlich etwas dabei, was man noch nicht gesehen hat, selbst wenn man schonmal ein paar Dokus im Blick hatte.
Das Buch ist in zwei Kapitel unterteilt, die jeweils mehrere Unterkapitel haben. Dazu kommen Vorwort, Einführung und Anhang.
Die Kapitel:
Es beginnt mit vier Vorworten, je eins von Oberst Helge Gerken, Christian Rastätter, Geschäftsführer Dillon Europe GmbH Bernhard Martin und Chefredakteur K-ISOM Sören Sünkler. Es folgt die Einführung und dann geht es auch schon los.
Die verschiedenen Rollen und Aufgaben innerhalb der spezialisierten Kräfte der Luftwaffe, sind das Besondere und darauf geht das Buch dann weiter ein. Mit spezialisiert, meine ich immer "Spezialkräfte, Spezialisierte Kräfte, taktische Sondereinheiten", da alles Spezialisierungen beinhaltet. Welche Kräfte dies betrifft, sieht man in der Kapitelübersicht. Dabei kann unteranderem der ObjSRgtLw Kampfretterzug einen Blick wert sein, da man dort erlangtes Wissen z.B. in Berufszweigen der zivilen Rettung weiternutzen kann.
Ausbildung und Einsatz. Trainingsprogramme und Fähigkeiten, die Soldaten erwerben müssen sind hier aufgeführt. Ein wenig Taktik und Erklärungen, wie Einheiten in verschiedenen Szenarien operieren, sind auch mit dabei. Wie bereits zu Beginn erwähnt, geht das Buch u.a. mit den Fotos einen Weg in Richtung Ausrüstung und Technologie. Soweit möglich, gibt es Beschreibungen der Ausrüstung und Technik, die den Einheiten zur Verfügung steht. Dabei entdeckt man auch mal etwas neues, da beispielsweise Dokus im Fernsehen gerne mal ein paar Jahre älter sind und auch nie alles zeigen. Man sieht aber bestimmt auch ein paar bereits bekannt Dinge.
Für viele werden die Fotos interessant sein. Dort sind kleine Gruppen fotografiert, die z.B. zur Kapiteleinleitung vor einem Flugzeug stehen, oder Soldaten in der Übung, sodass man die Ausrüstung und unterschiedliche Einheiten sehen kann. So kann man einen Diensthundeführer in einer Gruppe aus mehreren Soldaten im Wald sehen. Auch ein paar Einzelfotos von ausgerüsteten Soldaten sind dabei, sowie ein paar wenige, etwas oberflächige Aufnahmen von abgelegter Ausrüstung und geben einen ersten Blick auf die mitgeführte Ausrüstung. Komplett ins Detail geht es hier natürlich nicht, sonst hätten die Einheiten ein Problem. Dazu gesellen sich Spezialfahrzeuge und Transportmöglichkeiten.
Zu den Einheiten gibt es kurze Erklärungen, was genau die Aufgabe ist und im Groben, wie dies ausgeführt wird. Sofern bestimmte Geräte / Fahrzeuge mit vorgestellt werden, bekommen diese ein paar Details zur Leistung, Gewicht und Funktionen. Dazu sieht man auf den Fotos einen Teil der Ausrüstung (Ausgerüstet am Soldaten, aber keine Detailansicht jedes Objekts) und manche Geräte werden benannt, d.h. Fahrzeuge mit deren Bezeichnung, oder z.B. eine Drohne mit deren Bezeichnung. Dann kommt noch eine kleine Aufzählung, mit Voraussetzungen, die interessierte Bewerber mitbringen sollten. Dabei geht es z.B. um Combat Ready, Restdienstzeit, Auswahlverfahren und Interesse, sowie Verständnis.
Beim Nahaufklärungszug sieht man so Soldaten mit Drohen und Sensoren, beim Diensthundezug Fotos mit Einsatzsituationen mit Diensthund. Es kann aber auch etwas umfangreicher beschrieben und bebildert sein, wie bei der Kampfrettung. Beispielsweise bei der Kampfrettung sieht man Gruppenfotos vorm Hubschrauber oder in der Übung und Soldaten aus verschiedenen Sichtwinkeln. Man bekommt Einblick auf die Ausrüstung, aber weiterhin nur von außen, bzw. nicht im Detail. Hinzu kommt noch ausgebreitete Ausrüstung, u.a. "Grundausstattung eines LW-Kampfretter-Feldwebels". Ein paar Hintergrundinfos zur Entstehung, bzw. dem Vorbild aus den USA, Infos zum Fallschirmsprungdienst, die Phasen der CSAR- und KR-Entwicklung, mit Problemen und Neuanfängen, sowie Infos zur Fahrzeugnutzung sind mit dabei, was diesen Abschnitt deutlich umfangreicher macht als die zuvor beispielhaft erwähnten Abschnitte zum Nahaufklärer oder Diensthundezug. Es findet sich auch ein Schaubild von der USAF zur amerikanischen Lehre zur Personnel Recovery (PR) und die NATO hat sich sehr stark auf gemeinsame Standards verständigt. Die Entwicklung wird aufgeführt und Abschnitt mit Infos zu Einsätzen geben einen besseren Einblick auf die Aufgaben / Einsätze, und das Zusammenspiel mit weiteren Einheiten. Weiter geht es mit dem Combat First Responder Bravo und einem oberflächigen Blick auf eine EH-B/CFR-B Sanitätsausrüstung. Es folgen wieder Fotos eines Soldaten mit Ausrüstung und Ausrüstung abgelegt, allerdings diesmal die Grundausstattung, plus Fotos von Spezialausrüstung, wie Spreizer oder Trennschleifer. Neben Hubschraubern sieht man auch Polaris MRZR D4, also leichte Luftlandefähige Utility Terrain Vehicle (LL UTV) und Yamaha Grizzly - All Terrain Vehicle (ATV). Das nicht endende Kapitel der Kampfretter führt danach durch Abläufe der Ausbildung, u.a. mit Truppen- und Materialabsetzen per Hubschrauber und es gibt eine Aufzählung, welche Schritte es ungefähr braucht, um Kampfretter zu werden.
Nun sind das alles Bodeneinheiten, oder? U.a. die Doorgunner sind ja schonmal an Bord von Fluggeräten und auch die anderen Einheiten werden mit Hubschraubern oder Flugzeugen verbracht, aber wie man sieht, hat auch die Luftwaffe viele Einsatzkräfte, die am Zielort dann doch eher auf dem Boden agieren. Im Verlauf trifft man aber auch auf neue Hinweise, wie “Immediate Air Support Request Process for Close Air Support Using the Joint Air Request Network”. Ein Schaubild zeigt Bodeneinheiten, aber auch Jets, Helikopter und auch ein AWACS Flugzeug. Danach geht es weiter mit einem Tornado in der Luftbetankung, die Doorgunner und Hubschrauber im Einsatz und da sind dann auch die Spezialkräfte aufgeführt KSK, KSM und eben das 4./HSG 64. Ein MG6 ist an der Seite eines Helikopters zu sehen, mit Doorgunner und zwei verschiedenen Helmen. Auch u.a. die A400 M und C-130J-30 haben einen Auftritt im Buch. Fracht und Materialabwurf und andere Einsatzvarianten werden gezeigt.
Fazit:
Das Buch macht das, was der Titel sagt: es stellt die entsprechenden Einheiten der Luftwaffe vor und gibt dabei einen netten ersten Überblick, sowie erste Infos zur Anforderung. Wer sich also fürs Militär interessiert, dann noch gerne zur Luftwaffe möchte, kann sich damit über diese besonderen Einheiten informieren, zu denen man sich spezialisieren kann. Die Luftwaffe ist ein wichtiger Pfeiler des Militärs und agiert sowohl am Boden als auch in der Luft. Man könnte die Luftwaffe auch als “Schweizer Taschenmesser” sehen und darauf greifen auch andere Einheiten gerne zurück. Das Buch ist auf jeden Fall ein spannender Einblick und bringt einige Spezialisierungen näher. Zwar sind es nur erste Übersichten, aber vermitteln zumindest eine Basis und einen Punkt zur Orientierung. Vielleicht findet damit jemand ein Ziel zur Ausbildung, oder ist bereits bei der Luftwaffe und möchte jemanden damit das Zusammenspiel aufzeigen?
(Im Buch hat sich ein kleiner Schreibfehler eingeschlichen "Streitkräftemeinsame" steht in der Übersicht. Auf der Seite des Kapitels steht es richtig.)
